#1 Portfolio-Makeover 1.0: Mehr Europa, weniger USA?

Shownotes

Julia und Katharina starten ihren ersten Podcast mit einem Portfolio-Makeover: Warum steckt im MSCI World so viel USA? Und was spricht eigentlich für mehr Europa im Depot? Gemeinsam werfen die beiden Fondsmanagerinnen einen Blick darauf, wie wirtschaftliches Wachstum entsteht – und was das für unsere Geldanlage bedeutet. Sie erklären, wie echte Diversifikation gelingt: also die clevere Streuung des Geldes über verschiedene Regionen, um Chancen gezielt zu nutzen und Risiken zu reduzieren. Mit dabei auch die Frage, ob Trumps „Make America Great Again“-Politik – besser bekannt als MAGA – am Ende sogar zu „MEGA“ für Europa werden könnte.

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00:00:00:

00:00:03: My Financial Voice mit den Formmanagerinnen Julia Hilgers und Katharina Seiler.

00:00:10: Katharina, unser erster Podcast.

00:00:13: So

00:00:13: viele Themen, die wir besprechen können und auf der Aktienplattform ist es wirklich ein sehr heißes Jahr.

00:00:19: Aber bevor wir mit unserem Thema anfangen, wie war denn dein Sommer?

00:00:23: Im Sommer treffe ich immer meine Freundin, also meine Schulfreundin, die sagt ihr jedes Mal, nutzen die die Gelegenheit und fragen mich, was sie eigentlich für ihre Altersvorsorge tun sollen.

00:00:32: Also sprich, wie sie ihr Geld investieren sollen.

00:00:35: Im Sommer nehme ich mir auch Zeit, über die Depots meine Kinder zu schauen.

00:00:38: Dieses Jahr habe ich es wieder getan und da muss ich sagen, habe ich festgestellt, dass wir wieder zu viel hier ist ein, unseren Portfolios haben.

00:00:46: Ja,

00:00:46: war das stimmt.

00:00:47: Auch meine Freundin haben gesagt, waren sie ganz stolz, haben gesagt, ich habe mir da so ein Weltetf gekauft.

00:00:53: also sprich den mcr world sagen dann damit bin ich doch super aufgestellt total breit globales portfolio naja.

00:01:01: und dann habe ich gefragt hast du da mal genauer reingeguckt?

00:01:04: weißt du denn eigentlich wie viel welt in diesem mcr world eigentlich drin steckt?

00:01:09: genau und siebzig prozent ja das ist schon eine ziemliche einseitigkeit.

00:01:14: denkst du mich auch ja

00:01:15: das ist ein bisschen Wie mit Ernährung, oder?

00:01:18: Also, so auf die Lange frisst, wenn man immer nur das Gleiche ist.

00:01:21: Also, wenn man sich irgendwie mit siebzig Prozent von Bürgern ernährt.

00:01:24: Das ist irgendwie auf Dauer auch nicht gesund.

00:01:26: Cooles

00:01:26: Beispiel.

00:01:26: Ja, genau.

00:01:27: Okay,

00:01:27: also es muss ausgewogen sein.

00:01:29: Und wenn man sich das historisch anguckt, dann war es auch mal ausgewogen.

00:01:33: Also, ich meine jetzt natürlich nicht das Burgeressen, aber der MCI World, der war historisch mal viel ausgewogener, als das eben heute ist.

00:01:41: Also, als wir so geboren wurden.

00:01:43: So in den Achtzigern?

00:01:45: Da war tatsächlich der Anteil der US-Aktien im MSCI World nur dreißig Prozent.

00:01:51: Stimmt.

00:01:51: Und zu Jahrtausendwände war das schon bereits bei fünfzig Prozent.

00:01:55: Ja, und jetzt sind es eben über siebzig, ne?

00:01:58: Zweiundsebzig ganz genau.

00:02:00: Und diese Verschiebung, die hat eben enorme Auswirkungen.

00:02:03: Enorme Auswirkungen auf unsere Portfolios.

00:02:05: Gerade wenn man ein breit aufgestellt ist, wir sagen dazu ja diversifiziertes Portfolio haben möchte, wenn man eben so Klumpenrisiken vermeiden will und wenn man eigentlich die Chancen bestmöglich und eben auch breit nutzen möchte.

00:02:20: Aber es hat doch bis jetzt funktioniert.

00:02:21: Man könnte sogar hundert Prozent USA haben im Portfolio.

00:02:25: USA hat super performt.

00:02:27: Warum soll sich das irgendwie ändern?

00:02:28: Da

00:02:28: hast du total recht.

00:02:29: Also wenn man jetzt mal nach hinten guckt, dann hätte man eigentlich nur USA haben müssen.

00:02:34: Dann war das beste Portfolio.

00:02:36: Hauptsache USA.

00:02:37: Aber wir wollen hier ja nicht nach Rückblickend gucken, sondern wir wollen ja nach vorne gucken.

00:02:42: Also was wird in der Zukunft passieren, ja?

00:02:44: Und

00:02:44: da glaubst du einfach nicht mehr, dass USA, Europa über Trump oder über Trump, soll ich sagen?

00:02:52: Da bist du eigentlich schon mal im richtigen Thema, ne?

00:02:54: Weil genau, also tatsächlich, seit Trump, zwei Punkt Null, hat sich eben auch schon einiges verändert.

00:02:59: Und deswegen macht's, glaub ich, Sinn, wenn wir uns mal überlegen, warum war denn die USA eigentlich so toll?

00:03:05: Und was für Chancen sehen wir für die Zukunft, für Europa?

00:03:09: Dann lass uns das genau anschauen.

00:03:10: Womit fangen wir an?

00:03:11: Um das anzuschauen, muss ich glaube ich mal hier die kleine, staubige Volkswirtin aus mir rausholen.

00:03:18: Und wir betrachten mal ein bisschen genauer Wirtschaftswachstum.

00:03:22: Was sind eigentlich die Treiber für Wirtschaftswachstum?

00:03:24: Und letztlich ist es total einfach.

00:03:27: Also man muss nur gucken, welche Ressourcen hat eigentlich ein Land.

00:03:31: Als erstes.

00:03:32: das human Kapital.

00:03:33: Klingt superstaubig, aber es sind im Grunde nur die Arbeitskräfte, das Arbeitskräfteangebot.

00:03:39: Als zweites das Sachkapital.

00:03:42: Also wie viel investiert man in Maschinen oder auch in die Infrastruktur?

00:03:47: Und als drittes so die Ressourcen im Allgemeinen, also zum Beispiel Energie.

00:03:52: ist

00:03:53: schon ein bisschen staubig.

00:03:55: Lass uns das vielleicht an einem Beispiel leutern am besten.

00:03:59: Und wir nehmen einfach ein Unternehmen, weil ein Unternehmen kann schon sehr viele Ähnlichkeiten haben zu einem Land.

00:04:04: Ein Unternehmen hat Mitarbeitende, hat Maschinen und hat vielleicht auch Energie, um die Produkte zu erzeugen.

00:04:11: Und wenn es alles effizient allsetzt, dann wird es auch am Ende sehr viel rauskommen.

00:04:16: Da denke ich, ist es ein bisschen klarer dann, oder?

00:04:19: Ja, und letztlich ist es im Land aber eigentlich genau das gleiche.

00:04:22: Es geht dann darum, wie produktiv werden denn diese Ressourcen eingesetzt, um Waren und Dienstleistungen, jetzt wieder volkswirtschaftlich ausgedrückt, dann eben produzieren zu können und wie werden die dann von den Konsumenten angenommen, also wie viel wird gekauft?

00:04:38: Und was hat das jetzt für unser Beispiel oder für unser Case Europa USA?

00:04:43: Wie können wir das rüberbringen?

00:04:45: Genau, da fangen wir doch einfach mal an mit dem Thema Investition.

00:04:49: Also wie war das denn jetzt so in der jüngsten Vergangenheit, wenn wir hier mal USA und Europa vergleichen?

00:04:57: Ja, das ist ein sehr gutes Stichwort, Investition.

00:05:00: Denn USA waren schon immer Vorreiter, was Investitionsgelder angeht, auch sehr viel privates Kapital.

00:05:06: Nehmen wir auch Beispiel jetzt.

00:05:08: Das neueste Technologien waren die immer federführend.

00:05:13: Und jetzt zum Beispiel in OpenEye, ja, Chantipiti wahrscheinlich nutzt jeder Mensch oder viele Menschen, da haben die letztes Jahr zehn Milliarden US-Dollar.

00:05:24: als Investition gekriegt und dreißig Milliarden noch Zusagen für zusätzliches Kapital.

00:05:29: Dreißig Milliarden Dollar.

00:05:32: Das muss man sich ja genau auf der Zunge zergehen lassen.

00:05:35: Und jetzt

00:05:36: nehmen wir das Beispiel, ein deutsches Beispiel, ein KI-Vorzeige-Unternehmen aus Heidelberg, Alip Alfa, die haben Zusage letztes Jahr für fünfhundert Millionen Dollar gekriegt.

00:05:48: Und das ist natürlich in den USA das Achtzigfache zu Deutschland.

00:05:53: Und das Das erklärt natürlich diesen Unterschied.

00:05:55: Letztendlich kannst du dir vorstellen, wir zwei Gärten.

00:05:58: In einem wird es viel gegossen, gedüngt und bei anderen vergisst man immer wieder zu gießen.

00:06:03: Und das ist halt Europa und USA.

00:06:06: bisschen ähnlich.

00:06:07: Ja, das erklärt natürlich sehr gut die Dominanz auch von den USA.

00:06:09: und okay, Europa wurde in der Vergangenheit vielleicht auch ein bisschen vergessen.

00:06:14: Aber auch hier wieder, wir wollen ja nach vorne blicken und ich glaube hier muss ich mal eine Lanze für Europa brechen, ja, denn Europa ist aufgewacht.

00:06:21: Auch hier wieder, insbesondere durch Trump.

00:06:23: Also gerade in Deutschland, der Staat gibt wieder Geld aus.

00:06:28: Stichwort Aufhebung der Schuldenbremse, um Verteidigungsausgaben tätigen zu können.

00:06:34: Und nicht zu vergessen auch ganz wichtig, das große Infrastrukturpaket, wo fünfhundert Milliarden Euro, auch hier kann ich mal eine richtig ordentliche große Zahl für Deutschland nennen, also fünfhundert Milliarden Euro sollen in Deutschland in den nächsten zwölf Jahren für Infrastruktur ausgegeben werden.

00:06:54: Und welche Relation, diese Zahl, wenn wir das sprechen, was ist das für eine Relation?

00:07:00: Ja, also das bedeutet letztlich, wir haben wirklich nicht viel investiert in den letzten Jahren.

00:07:04: Und für Europa insgesamt bedeutet das, dass sich das Investitionsvolumen um achtzehn Prozent steigern wird, letztlich insbesondere dadurch, dass mehr Verrüstung ausgegeben wird.

00:07:15: Und in Deutschland sind es sogar fast dreißig Prozent an Anstieg.

00:07:20: der Investitionsausgaben.

00:07:21: Dann stelle ich mir das so ein bisschen vor wie ein altes, solides Fahrrad, die Europa.

00:07:28: Und die Amerikaner fahren schon mit dem Elektro-Antrieb, oder?

00:07:31: Du hast schon recht.

00:07:33: Also es zeigt schon, dass Amerika hier deutlich im Vorteil war.

00:07:37: Aber wir sehen eben auch, Europa holt auf.

00:07:40: Das ist sehr gut.

00:07:42: Und wie sieht das mit dem nächsten Treiber für Wirtschaftswachstum aus?

00:07:45: Also jetzt mal speziell beim Thema Energie.

00:07:48: Ja, da haben die Amerikaner schon wieder die Nase vorne.

00:07:52: Die sind energetisch sehr gut aufgestellt, sehr gut diversifiziert für Fügen über unterschiedliche Quellen.

00:07:58: Und vergleichen wir erstmal den Strompreis, aktuellen Strompreis in den USA.

00:08:03: Der ist bei Dreizehn Cent.

00:08:06: Kilowattstunde.

00:08:07: In Europa ist er aktuell bei achtundzwanzig Cent Kilowattstunde und in Deutschland neununddreißig Cent Kilowattstunde, also das dreifache Treiff.

00:08:15: Und stell dir vor, wenn du einen Rechenzentrum in Texas aufmachst und den Rechenzentrum braucht sehr, sehr viel Energie und dann in Bayern.

00:08:23: Natürlich ist es in Texas deutlich konstengünstiger.

00:08:27: Ja,

00:08:27: also wenn Energie so günstig ist in den USA, dann erklärt das natürlich auch, warum die Amis ihren Motor immer anlassen, wenn sie sich ein Burger holen.

00:08:35: Aber okay, also ich glaube, hier sind wir mit Europa tatsächlich im Hintertreffen.

00:08:40: Nichts desto trotz, auch jetzt mal wieder nach vorne gerichtet.

00:08:43: Europa, wenn man was Positives sehen will, sehen wir auf jeden Fall, dass die Energiepreise nicht mehr steigen.

00:08:49: Ja, also das ist schon mal positiv.

00:08:51: Und gerade wieder zu dem Thema Infrastruktur, Infrastruktur.

00:08:56: Hier wird viel investiert, eben gerade auch in erneuerbare Energien, zum Beispiel in Windparks.

00:09:02: Und das könnte eben zukünftig auch bedeuten, dass wir hier unabhängiger werden und dann vielleicht der Strom sogar auch etwas günstiger.

00:09:08: Das gefällt mir auch ganz gut.

00:09:09: Okay, lass uns zu dem nächsten Punkt kommen, das ist Humankapital.

00:09:12: Wo stehen wir da?

00:09:14: Das klingt wirklich sperrig.

00:09:16: Aber ich hatte ja schon gesagt, letztlich geht es eigentlich nur um das Arbeitskräfteangebot.

00:09:21: Und hier war die USA in der Vergangenheit wirklich im absoluten Sweetspot.

00:09:27: Also das Arbeitskräfteangebot in den USA war sehr, sehr hoch.

00:09:30: Es gab viele Menschen, die arbeiten wollten, so was wie

00:09:33: Fachkräftemangel,

00:09:34: wie wir das ja in Deutschland ständig gehört haben, gab es da kaum.

00:09:38: Aber der Grund hierfür war eigentlich insbesondere die Migration.

00:09:42: Und zwar, wenn man sich das mal anschaut, also in twenty-fünfundzwanzig zum Beispiel, Menschen, die neu in den Arbeitsmarkt reingekommen sind, also Menschen, die arbeiten wollen und eine Arbeit aufnehmen.

00:09:53: Das war über sechzig Prozent, waren das US-Einwanderer.

00:09:59: Also keine USA

00:09:59: geboren.

00:09:59: Das ist schon eine sehr, sehr große Zahl.

00:10:01: Ja, absolut.

00:10:03: Dann kam eben Trump.

00:10:05: Und Trump hat ja schließlich als Ziel, die Migration einzudämmen und, ehrlich gesagt, noch darüber hinaus sogar Re-Migration voranzutreiben.

00:10:16: Gut, wenn man sich das jetzt vorstellt, dass viele Migranten das Land verlassen müssen, dann wird eben auch das Arbeitskräfteangebot in den USA geringer.

00:10:25: Und dann ist der Sweet Spot, den die USA da hatte, eben nicht mehr gegeben.

00:10:30: Und wenn Arbeitskräfte fehlen, dann kann nur weniger produziert werden.

00:10:34: Und wenn weniger produziert wird, dann ist das natürlich auch fürs Wachstum schädlich.

00:10:38: Das ist richtig.

00:10:39: Und dazu kommt noch ein interessanter Punkt, natürlich das Vertrauen.

00:10:43: Die Menschen sind ängstlich.

00:10:44: Ich habe auch mit einem Analysten gesprochen, der hat mir auch interessante Fakten erzählt, dass Menschen sich gar nicht trauen, auf die Straße zur Arbeit zu gehen, die gehen auch nicht konsumieren, also die Migranten.

00:10:56: Das heißt, diese Angst hemmt auch letztendlich die Wirtschaft längerfristig.

00:11:01: Und absolut.

00:11:02: Insgesamt sehen wir, dieses Bild der Unsicherheit hat wirklich eine Auswirkung auf die Wirtschaft.

00:11:08: Ja, das stimmt.

00:11:08: Das ist letztlich das Thema Vertrauensverlust.

00:11:11: Vertrauensverlust zum einen von den Amerikanern innerhalb der USA ihrer Regierung über, aber zum anderen, ehrlich gesagt, auch international, also Stichwort.

00:11:24: Handelsbeziehungen, oder?

00:11:25: Ja, stimmt dir.

00:11:25: Handelszülle,

00:11:26: oder?

00:11:27: Genau,

00:11:27: da sind wir bei dem Thema MAGA versus MEGA.

00:11:31: Ah, das ist eigentlich ganz cool.

00:11:33: Das finde ich unser Buzzword, mein financial Buzzword.

00:11:38: MAGA steht für Make America Great Again.

00:11:41: Das ist letztendlich die Politik wirtschaftspolitische Orientierung von Trump und die zählt darauf auf die Steuersenkungen, Deregulierungen und Protektionalismus.

00:11:53: Ja und mega heißt frei übersetzt make Europe great again.

00:11:59: und das ja fast schon kurios daran ist eigentlich, dass alles was Trump eingeführt hat, was zu MAGA führen sollte, also eigentlich Amerika stärken sollte, jetzt letztlich eher zu mega führt, also irgendwie Europa voran bringt.

00:12:19: Und da ist wahrscheinlich das Stichwort Zölle ganz wichtig, weil wir dieses Jahr über nichts anderes sprechen als über die Zölle.

00:12:26: Ja, absolut.

00:12:27: Also diese Zölle, die Trump für insbesondere Waren, aber auch Dienstleistungen, die in die USA eingeführt werden, erhoben hat, erhoben wollte, erheben wollte, erheben wird.

00:12:39: Da sieht man schon, also das war ja ein totales Hin und Her.

00:12:43: Ankündigungen für China von einhundertfünfzig Prozent Zöllen.

00:12:48: Letztlich wurde es dann irgendwie erst mal dreißig bis vierzig.

00:12:51: Das hat eine enorme Unsicherheit hervorgerufen.

00:12:56: Und das hat letztlich dazu geführt, dass sich die anderen Staaten eben auch nach neuen Handelspartnern umsehen, weil sie die USA eben nicht mehr als verlässlichen Handelspartner gesehen haben.

00:13:06: Und

00:13:07: welche Auswirkungen hat das auch für die Wirtschaft?

00:13:09: zum Beispiel, wenn man sich China anguckt?

00:13:12: China exportiert ja sehr, sehr viel.

00:13:15: Und wenn man sich alle Exporte Chinas anguckt, dann gingen so aus dem Jahr den ersten Handelskrieg schon los, ging ungefähr zwanzig Prozent aller exportierten Güter nach USA.

00:13:30: Die haben sich schon so stark umgestellt, dass es mittlerweile nur noch zehn Prozent sind.

00:13:35: Und so wächst dann eben auch das Vertrauen zwischen zum Beispiel China und Europa und die Handelsbeziehungen werden hier besser.

00:13:42: Und das Interessante ist natürlich am Ende für USA wird alles teurer.

00:13:47: Und für wen wird es am meisten teurer?

00:13:49: Natürlich für die Konsumenten.

00:13:51: Also hat es eine enorme Auswirkung letztendlich für die USA, die negative und Europa und China, die sortieren sich gerade neu.

00:14:00: Genau, also mit den... teureren Produkten.

00:14:02: Das bedeutet natürlich, dass die Produkte, die die Konsumenten in den USA kaufen, möchten teurer werden und das heizt letztlich die Inflation an.

00:14:12: Das, du meinst die Teuerungsrate?

00:14:14: Ja, richtig, genau.

00:14:15: Also Inflation bedeutet ja, dass die Produkte teurer werden.

00:14:19: Also die USA führt zum Beispiel Rohstoffe ein, woraus dann wieder Produkte hergestellt werden.

00:14:25: Und wenn die Rohstoffe schon teurer werden, dann werden insgesamt auch diese Endprodukte teurer.

00:14:30: Ja gut, und das muss eben letztlich... der Konsument bezahlen.

00:14:34: Das nennt man dann eine steigende Inflation.

00:14:36: Und du hast auch schon erwähnt, beim Humankapital, dass wir darüber gesprochen haben, dass auch dort die Remigration dazu führen könnte, dass weniger Arbeitskräfte vorhanden sind.

00:14:47: Und das ist wahrscheinlich auch ein Faktor, der Inflation in die Hände spielt, oder?

00:14:52: Absolut.

00:14:52: Auch dadurch könnte die Inflation steigen.

00:14:55: Das kann man sich ja letztlich ganz einfach vorstellen.

00:14:57: Also wenn man jetzt ein Restaurant nimmt, Und der Restaurantbetreiber findet kaum noch ein Kellner.

00:15:04: Weil alle abgeschoben wurden, dann muss man ja die wenigen Kellner, die vielleicht noch zur Verfügung stehen, den muss man dann mehr bezahlen, dass sie in dem eigenen Restaurant arbeiten.

00:15:13: Wenn also der Kellner teurer wird, muss ich ja letztlich das Steak teurer machen, damit das Restaurant überhaupt noch wirtschaftlich ist.

00:15:19: Also auch das treibt die Inflation

00:15:21: an.

00:15:22: Okay, super.

00:15:22: Dann lass uns das alles zusammenfassen.

00:15:24: Wo sind wir denn überhaupt beim Wachstum und was erwarten wir für Europa versus USA?

00:15:30: Ja, also der Fahrt ist ganz klar.

00:15:32: Wir kommen ja von einem extrem hohen von Wachstum in USA hatten ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat

00:15:47: einen ... ... hat

00:15:48: einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... ... hat einen ... als in den USA, aber insgesamt ähnlich hoch und vor allem eben in einem wachsenden Fahrt.

00:16:08: Also davon könnte Europa schon in Zukunft profitieren.

00:16:12: USA kommt runter und Europa holt auf, beschleunigt sich.

00:16:16: Okay, was hat das überhaupt eine Auswirkung auf unsere Anlage?

00:16:19: Ja,

00:16:19: ich glaube, das war genug Wachstum jetzt.

00:16:22: Kommen wir mal wieder zum Aktienmarkt zurück.

00:16:25: Was bedeutet das für unsere Geldanlage?

00:16:28: Und dann lass uns doch hier mal den amerikanischen Aktienmarkt ein bisschen genauer angucken.

00:16:31: Denn letztlich war ja das eigentlich das Einzige, was man in der ganzen letzten Zeit brauchte.

00:16:35: Stimmt.

00:16:36: Fangen wir mit dem US-Aktienmarkt.

00:16:38: Das ist ein sehr alter etablierter Markt und sieben der zehn größten Unternehmen weltweit kommen aus den USA und gehören dem Technologiesektor.

00:16:47: Und natürlich, dieser Sektor hat den ganzen Markt beflügelt in den letzten Jahren.

00:16:52: Obendrauf kommt es dazu, dass wir wissen, dass die Mentalität der Amerikaner ganz andere ist.

00:16:57: In diesem sehr etablierten Aktienmarkt sehr viele Unternehmen sind an der Börse und sehr viele Menschen investieren.

00:17:04: Das heißt, es ist ganz, ganz anders.

00:17:06: Wir sprechen noch mit unseren Freundinnen und versuchen, die zu überreden zu investieren.

00:17:10: Dort sind Menschen investiert und kümmern sich sehr, sehr früh schon um die Altersvorsorge.

00:17:15: Und dann natürlich kommen dazu noch die Punkte, die wir angesprochen haben.

00:17:18: Investitionen treiben natürlich auch die Risikobereitschaft.

00:17:22: Privates Kapital ist verfügbar.

00:17:25: Deshalb ist der Aktienmarkt einfach sehr, sehr, sehr gut entwickelt.

00:17:28: Okay, aber das hört sich für mich jetzt eigentlich immer noch so an, wie an Amerika geht eigentlich überhaupt gar kein Weg vorbei.

00:17:35: Das stimmt, also so lass es dir mal auf der Zunge zergehen.

00:17:38: Nvidia hat den Marktwert, Börsenwert von vier Komma fünf Billionen US Dollar.

00:17:45: Ja, das ist fast so groß wie Bruttoinland Produkt von ganz Deutschland.

00:17:51: Das zeigt auch hier wirklich nochmal ganz stark die Dominanz.

00:17:55: Aber auch hier letztlich, wie ist es jetzt oder auch rückblickend, was erwarten wir denn für die Zukunft so von den Aktienmarktentwicklungen in Europa oder eben auch in den USA?

00:18:06: Ein Wachstum in Europa war sich beschleunigt.

00:18:09: Also nehmen wir erstmal die Zahlen für dieses Jahr.

00:18:11: Du hast auch gesagt, wie es im wirtschaftlichen Vergleich das war.

00:18:16: Auf dem Aktienmarkt sehen wir das Wachstum in Europa dieses Jahr bei minus ein Prozent.

00:18:22: Und das soll sich beschleunigen für das nächste Jahr auf sieben Prozent.

00:18:26: In den USA erwarten wir das Wachstum von zehn Prozent und das soll sich ein bisschen beschleunigen auf elf Prozent.

00:18:33: Also letztendlich siehst du, dass Europa auch hier aufholt.

00:18:37: Allerdings, wir dürfen überhaupt nicht vergessen, was das bedeutet.

00:18:41: Also, ein Wachstum an sich ist es nicht ausreichend, wir müssen auch auf die Bewertung schauen.

00:18:46: Oh, Bewertung, sehr gutes Stichwort, das hört man ja ständig.

00:18:48: Könntest du das nochmal ein bisschen genauer oder eben auch einfacher verständlich erklären, was dieses Wort Bewertung eigentlich genau bedeutet?

00:18:58: Ja, gestern kam mein Sohn zu mir und hat gesagt, Mama, was ist teuerste Aktie in deinem Portfolio?

00:19:05: Ich hab gesagt, wie meinst du das?

00:19:07: Die am meisten kostet.

00:19:09: Aber das sagt doch gar nichts aus.

00:19:11: Ob es eine Aktie hundert Dollar kostet oder tausend Dollar sagt über die Aktie gar nichts aus.

00:19:16: Letztendlich wollen wir wissen, wie viel wir für zukünftiges Wachstum in dieser Aktie zahlen.

00:19:22: Stellt dir vor, da sind zwei Cafés auf einer Straße nebeneinander.

00:19:28: Und ein Café ist traditionell, klassisch, gemütlich, schön, ruhig.

00:19:33: Also langweilig.

00:19:35: Kannst du so nennen, ja?

00:19:36: Das andere Café ist sehr trendig, ja?

00:19:39: Sehr neu und die Schlange ist enorm groß und es trendet auch super auf TikTok.

00:19:44: In welches Café würdest du investieren, wenn du hunderttausend Euro sagen würdest?

00:19:48: Na,

00:19:48: ich denke immer gerne an die Zukunft, also in das Trendige.

00:19:52: Ja, aber hier darfst du nicht nur nach Emotionen gehen.

00:19:55: Du musst erst mal vergleichen, wie die Gewinnchanzen für eine und das andere sind oder Gewachstumchanzen.

00:20:00: Bei einem etablierenden sind das zwanzigtausend Gewinn, was die aktuell verdienen.

00:20:06: Und beim Trending, weil sie sehr viel investieren, sind nur zehntausend.

00:20:09: Letztendlich musst du Kursgewinnverhältnis ausrechnen.

00:20:13: Also ich

00:20:13: habe einen Kurs und teile es durch den Gewinn.

00:20:17: und bekomme dadurch ein Verhältnis.

00:20:18: Genau.

00:20:19: Du teilst hundert durch zwanzig, dann kriegst du für etabliertes Café fünf.

00:20:24: Also die einhunderttausend Euro, die ich eingesetzt habe für das etablierte, teile ich durch die zwanzigtausend Euro Gewinn, von denen ich ausgehe, dass ich sie bekomme.

00:20:34: Ja,

00:20:35: genau.

00:20:35: Das kriegst du dann das fünffache der Gewinne.

00:20:38: Und bei dem Pipigen, bei dem Trainigen musst du hundert durch zehn teilen, dann kriegst du das zehnfache.

00:20:44: Das heißt, du zahlst viel mehr für das Trändige.

00:20:47: Aber warum zahlst du mehr?

00:20:49: Weil du wahrscheinlich erwartest, dass dieses Kaffee in der Zukunft viel, viel schneller wächst.

00:20:54: Vielleicht verdoppelt auch den Gewinn nächstes Jahr und dann wird es schon zwanzigtausend verdienen und über nächstes Jahr vielleicht dreißig.

00:21:00: Das ist das Gleiche bei uns auf der Aktienplattform.

00:21:02: Wir als Analysten versuchen letztendlich Wachstumsfahrt zu ermitteln.

00:21:06: Wir analysieren und ermitteln diesen Preis und deswegen ist es auch so ähnlich bei Aktien wie bei diesem Beispiel von Kaffee.

00:21:13: Okay, das heißt, dann sind wir ja schon wieder... in der Zukunft.

00:21:16: Ja.

00:21:16: Und wir sehen wir dann genau eben dieses in der Zukunft für Europa und hier auch wieder verglichen mit den USA.

00:21:22: Und da muss ich sagen, wo wir bei der Bewertung zwischen beiden Märkten sind aktuell.

00:21:27: Bei USA sind wir bei twenty-fünfmal Kursgewinnverhältnis.

00:21:32: Denkt dran, das waren elf Prozent Wachstum und bei Europa sind wir für sieben sogar bis acht Prozent Wachstum.

00:21:38: Sind wir bei sechzehnmal Kursgewinnverhältnis.

00:21:41: Also letztendlich... USA

00:21:42: ist deutlich teurer.

00:21:43: Ja, USA ist deutlich teurer.

00:21:44: nicht teurer, obwohl es ein bisschen mehr Wachstum hat, aber nicht so phänomenal viel mehr.

00:21:48: Und das dafür ist dieses Kursgewinnverhältnis extrem unterschiedlich.

00:21:52: Deshalb würde ich sagen, am Ende, es führt kein Weg vorbei an Europa.

00:21:56: Ja,

00:21:56: das stimmt.

00:21:57: Also gerade, wenn man das jetzt nochmal alles rückblickend anguckt, was wir auch besprochen haben, ja.

00:22:01: Wir wissen, USA war sowohl auf dem Aktienmarkt als auch in der Wirtschaft in der Vergangenheit deutlich vorn.

00:22:08: Aber in der Zukunft sehen wir eben wirklich auch Chancen für Europa.

00:22:10: Und wenn man das sieht, und dann den MSCI World, dagegen hält, wo man ein Gewicht von nur ca.

00:22:17: fünfzehn Prozent Europa in seinem Gesamtportfolio hat.

00:22:20: Dann muss ich sagen, finde ich das eben ein bisschen wenig, weil das hört sich für mich, seventy- zwei Prozent USA, fünfzehn Prozent Europa.

00:22:28: Wenn wir ähnliche Erwartungen für beide Länder für die Zukunft haben, dann ist das für mich nicht ausgeglichen.

00:22:34: Stimmt.

00:22:35: Und man darf auch nicht vergessen, dass wir noch die Schwellenländer haben und Japan.

00:22:39: Dafür muss unser Weltportfolio, wenn wir darüber sprechen, schon ein bisschen ausgeglichener sein.

00:22:44: Wir

00:22:44: wollen ja immer diese konzentrierten Risiken, wollen wir ja vermeiden, uns breit aufstellen, ein diversifiziertes Portfolio haben und die Chancen eben bestmöglich nutzen.

00:22:53: Und da ist Japan und die Schwellenländer definitiv auch ein sehr, sehr interessantes Thema.

00:22:58: Das heißt also, wenn ich mir jetzt mal so eine ideale Portfolioaufstellung angucke, dann denke ich an Kunden, dem habe ich das letztes Jahr schon einmal quasi durch exerziert, wo wir gesagt haben MCI World, das ist nicht mehr breit aufgestellt.

00:23:10: Wir haben uns die Welt angeguckt, wie sie nach Bruttosozialprodukt gewichtet wäre.

00:23:16: Und hier kommt tatsächlich raus, dass man dann ungefähr fünfzig Prozent USA.

00:23:21: einsetzen würde.

00:23:23: Die Wirtschaftsleistung, möchtest du messen?

00:23:25: Richtig genau.

00:23:27: Also nicht nur auf den Aktienmarkt messen, sondern was schafft das Land insgesamt?

00:23:31: So

00:23:31: wie mit einem Unternehmen Beispiel.

00:23:33: Genau.

00:23:33: Das heißt, wenn man sich jetzt das Portfolio vorstellt, wie könnte man das vielleicht ein bisschen besser aufstellen?

00:23:38: Dann würden wir sagen, fünfzig Prozent USA ist genug.

00:23:42: Als Orientierungsgröße, wahrscheinlich das ist der Ausgangspunkt.

00:23:46: Natürlich nach Vorlieben kann jeder für sich entscheiden.

00:23:49: Wir machen auch keine Anlage.

00:23:50: Beraten letztendlich.

00:23:52: Ja, aber

00:23:52: alles unterliegt Risiken.

00:23:54: Ja,

00:23:54: aber fünftig Prozent USA als Orientierung.

00:23:57: Das ist zu Jahrtausendwände war auch der Fall.

00:23:59: Vielleicht gar nicht so verkehrt.

00:24:01: Und dann haben wir Was würdest du sagen für Europa?

00:24:04: Dreißig Prozent.

00:24:05: Also

00:24:05: fünfzig

00:24:06: USA, dreißig Europa.

00:24:08: Dann bleiben noch zwanzig übrig, also circa zehn in die Schwellenländer und circa zehn in Japan.

00:24:14: Aber wenn wir über ideale Portfolioaufstellung sprechen, dann möchte ich als Multi-Esset-Portfolio-Managerin natürlich auch gerne über Anleihen, über Währungen, über Rohstoffe und über alternative Anlagen, wie zum Beispiel gerade Infrastruktur sprechen.

00:24:30: Ja, Jule, das ist super spannend, denke ich, auch für unsere Zuhörer und Zuhörerinnen.

00:24:35: Aber ich glaube, das für den Raum der Podcast komplett sprengen.

00:24:39: Lass uns das nicht mal besprechen.

00:24:41: Okay, okay.

00:24:42: Dann belassen wir es heute einfach mal nur bei der regionalen Diversifizierung für den Aktienmarkt.

00:24:47: Schauen uns die anderen Anlageklassen das nächste Mal an.

00:24:50: Das heißt, was haben wir heute gelernt?

00:24:52: Fassen wir das nochmal kurz zusammen.

00:24:54: In der Vergangenheit war USA immer im Vorteil, aber das ändert sich gerade.

00:24:59: Genau,

00:24:59: Europa hat aufgeholt und hat für die Zukunft gute Aussichten.

00:25:02: Und letztendlich, wenn wir über die Portfolio-Aufstellung sprechen, dann als Orientierungsgröße haben wir gesagt, es sollen fünfzig Prozent USA sein,

00:25:11: dreißig Prozent Europa,

00:25:12: zehn für Schwellenländer und zehn für Japan.

00:25:15: Genau, also diversifiziere dein Portfolio.

00:25:17: Bleibt dran, bleibt investiert und wir freuen uns aufs nächste Mal.

00:25:21: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:25:22: Bis bald.

00:25:23: Tschüss.