#8: Von Eisflation bis Inflation – wenn Sparen allein nicht reicht
Shownotes
Schon mal was von Eisflation gehört? Wenn die Kugel Eis jedes Jahr teurer wird, ist das meist kein Zufall – sondern ein ganz typisches Zeichen von Inflation. Und genau dieses Gefühl kennen viele gerade: Nicht nur beim Eisessen, auch an der Tankstelle oder an der Supermarktkasse scheint alles mehr zu kosten. Aber was genau bedeutet Inflation eigentlich? Warum fühlt sie sich im Alltag oft stärker an als in den offiziellen Zahlen? Wieso strebt die Europäische Zentralbank rund zwei Prozent Inflation an – und nicht null? Und was heißt das für unsere Kaufkraft und unsere Geldanlage? Darüber sprechen Julia und Katharina in dieser Folge von My Financial Voice. Du erfährst: wie Inflation gemessen wird, worin sich Inflation, Deflation und Stagflation unterscheiden, warum Notenbanken rund 2 Prozent Inflation anstreben, und weshalb „Geld unters Kopfkissen legen“ langfristig keine gute Idee sein dürfte.
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© 2026 DWS International GmbH Stand: 20.04.2026 CRC 110089 (04/2026)
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:03: My Financial Voice mit den Formmanagerinnen Julia Hilgers und Katharina Seiler.
00:00:10: Katharina, der Frühling ist da!
00:00:13: Die Sonne scheint ... Boah, da wollte ich mir mal so richtig ein ordentliches schönes Eis gönnen.
00:00:19: Aber sag mal hier in Frankfurt zwei Euro fünfzig für eine Kugel Eis.
00:00:27: Ich habe gedacht, ich sehe nicht richtig.
00:00:29: Du warst auch in Italien im Urlaub?
00:00:30: War das da auch so teuer?
00:00:32: Ja allerdings!
00:00:34: Wir waren in Venedig und da ist die Kugel Eis ein bisschen größer.
00:00:38: aber pro Eis haben wir auch die satten vier Euro bezahlt
00:00:43: Pro Eis oder pro Eiskugel?
00:00:44: Pro Eis.
00:00:46: und ja, die Kugel ist wie gesagt ein bisschen größer.
00:00:49: Und in unserer Eisdele, also wir sind im Vorort von Frankfurt da schicke ich immer die Kinder im Frühling dorthin und sagen Wie ist der Preis jetzt?
00:00:58: Und sie haben mir gesagt es ist einst achtzig Euro Und letztes Jahr war es bei einsechzig.
00:01:04: Also das heißt, die sind tatsächlich die zwölf, fünf Prozent Anstieg von jetzig Jahren.
00:01:10: Ich kann mich ja ehrlich gesagt noch ziemlich gut daran erinnern als ich selber in der Eisdiele gearbeitet habe.
00:01:15: Das war so in den neunzigern da hat die Kugel-Eis siebzig Fennig gekostet also fennig nicht cent weniger als eine Mark.
00:01:25: und jetzt zwei Euro fünfzig hier in Frankfurt Da hätte meine Oma jetzt gesagt, das sind ja fünf Mark.
00:01:33: Aber es ist nicht nur die Kugel-Eis.
00:01:35: Es ist in allen möglichen Bereichen insbesondere auch an der Tankstelle.
00:01:41: Viele haben das Gefühl, es wird einfach alles teurer!
00:01:45: Dieses Gefühl hat einen Namen über den wir heute sprechen.
00:01:49: Das ist die Inflation.
00:01:51: Ja, Inflition ist eben wirklich so ein Begriff, der gerade immer wieder öfter auch in den Nachrichten auftaucht Vor allem im Zusammenhang, ich habe es ja gerade schon gesagt mit den steigenden Benzinpreisen.
00:02:02: Beziehungsweise eigentlich auch diesen höheren Energiekosten im Allgemeinen.
00:02:06: Ja und deshalb heute sprechen wir über Inflation.
00:02:09: und was erwartet euch?
00:02:12: Was genau ist die Inflktion?
00:02:14: Und warum fühlt sich Inflition im Alltag öfter höher an als die offiziellen Zahlen uns das wiedergeben?
00:02:22: Wie misst man Inflations überhaupt Und wie viel Inflation ist für eine Wirtschaft eigentlich normal oder vielleicht sogar gesund?
00:02:33: Und natürlich die Frage, die uns besonders interessiert.
00:02:36: Was bedeutet Inflations für uns als Anlegerinnen und Anlegarer?
00:02:41: Naja, nicht zuletzt!
00:02:42: Welche Risiken gibt es?
00:02:44: aber wo liegen denn vielleicht auch Chancen bei Aktien oder auch bei Anleihen?
00:02:48: Lass uns wie immer von vorne anfangen.
00:02:51: was steckt hinter diesem Begriff InflATION?
00:02:54: Inflation kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie aufgebläht.
00:03:00: Und in der Wirtschaft heißt das, dass Preisniveau steigt über einen längeren Zeitraum.
00:03:06: aber viel wichtiger ist die Übersetzung für uns in unserem Leben, die lautet dein Geld verliert Kaufkraft!
00:03:14: Die Zahl auf dem Konto könnte eventuell gleich bleiben, aber mit dem gleichen Geld können wir nicht viel mehr kaufen als vorher eigentlich im Gegensatz.
00:03:24: Wir können weniger kaufen, das ist der berühmter Kaufkraftverlust über den man bei Inflationen so
00:03:29: aufspricht.".
00:03:30: Ja und genau das merken wir auch einfach viele längst im Alltag beim Einkaufen oder eben auch beim Tanken oder bei der berührten Kugel Eis.
00:03:39: Und ich glaube da wird aber auch ein ganz ganz wichtiger Unterschied sichtbar und zwar der Unterschied zwischen dem Gemessen Also der tatsächlichen Inflation und der gefühlten Influsion.
00:03:53: Denn die gefüllte Inflasion liegt für viele eigentlich deutlich über den ganz offiziellen Zahlen.
00:04:00: Und na ja, woran liegt das?
00:04:03: Es liegt eigentlich daran dass Inflacion immer da entsteht oder das Inflationsgefühl da entstehen wo wir diese Preissteigerung besonders oft stark oder auch direkt erleben.
00:04:18: Und das beste Beispiel ist für dieses Jahr die Energie und der Energiepreise, ja ein Auto hat muss regelmäßig zur Tankstelle und die Preissprünge dort fallen sofort ins Gewicht.
00:04:30: also Anfang dieses Jahres zwanzig sechsundzwanzig lag der durchschnittliche Dieselpreis bei rund eins siebzig pro Liter und ein voller Tank mit fünfzig Litern kostete etwa vierundachtzig Euro.
00:04:43: Ist ja auch schon nicht günstig,
00:04:44: ne?
00:04:44: Ja aber schauen wir was jetzt passiert.
00:04:46: zwischendurch ging es dann auf Rekordniveau.
00:04:49: Wir wissen wegen geopolitischen Risiken und Unsicherheiten im neuen Osten.
00:04:54: Und da kletterte der pro Literpreis auf zwei vierzig oder sogar drüber Und der gleiche Tank kostete dann plötzlich über hundertzwanzig Euro.
00:05:05: Da sind dann ja kannst du auch rechnen, sechsunddreißig Euro mehr war eine einzigen Tankfüllung.
00:05:11: und solche Preissprünge die brennen sich ein.
00:05:14: also unser Gedächtnis merkt sich nicht den Durchschnitt aus Vielzahl von Gütern Sondern den Moment, in dem der Wocheneinkauf oder genau diese Tankfühlung spürbar teurer wird.
00:05:26: Ja genau und wie auch zum Beispiel bei so Versicherungsbeiträgen.
00:05:29: Das ist ja nur einmal im Jahr.
00:05:30: aber man erinnert sich einfach oft daran wie hoch was letztes Jahr und denkt sich das ist aber schon wieder teurer geworden.
00:05:35: ganz deutlich eben auch immer bei den Lebensmitteln allgemein dass man gefühlt das gleiche im Einkaufswagen hat Bei
00:05:43: Butter, bei Brot... Genau.
00:05:45: Aber insgesamt einfach für diesen gleichen Einkaufswagen irgendwie viel mehr bezahlt.
00:05:48: oder bei unserem Lieblingsbeispiel eben dieser Kugel Eis kann man ja fast schon Iceflation nennen.
00:05:55: aber warum wird die Kugeleis denn eigentlich teurer?
00:05:57: Die wird ja deshalb teurer weil auch viele Kosten steigen.
00:06:01: also der Strom für die Kühlung, die Zutaten wie eben die Milchkakao aber auch die Mieten werden teurer.
00:06:09: oder auf die Personalkosten in so einer Eisdiele.
00:06:12: Aber jetzt diese gefühlte Inflation ist ja wirklich sehr individuell, also für jeden anders.
00:06:19: Denn die hängt einfach davon ab wofür man im Alltag auch am meisten ausgibt.
00:06:23: Und in dieser subjektiven Wahrnehmung der gefüllten Inflations gibt es aber auch die tatsächliche oder die gemessene Inflacion Und mit der beschäftigen wir uns als Four-Manager, weil sie natürlich extrem wichtig für die Wirtschaft und Aktienmärkte ist.
00:06:40: Und eine wirklich zentrale Rolle spielt.
00:06:43: Die Inflation beinflusst praktisch alles – die Zinspolitik der Zentralbanken, die Finanzierungskostenunternehmen und natürlich auch die Bewertung von Aktien.
00:06:53: Na
00:06:53: ja!
00:06:53: Und natürlich auch Anleihen sogar in ganz besonderem Maße eigentlich, die Anlein Und damit eben auch die reale Rendite von Anlegerinnen und Anlegern.
00:07:03: Erklär das genau, was real?
00:07:04: Ja also wenn man jetzt nominal auf dem Papier zwei Prozent Rendite bekommt klingt das ja erst mal gut.
00:07:12: aber wenn die Inflation bei zweieinhalb Prozent liegt also drüber dann hat man real in Wirklichkeit eigentlich Kaufkraft verloren.
00:07:22: und da sind ja eben zwei Begriffe die wirklich immer oft auftauchen, die man mal kurz erklären sollte dieses nominal und real.
00:07:30: Nominal ist immer ohne Berücksichtigung der Inflation.
00:07:36: bei real wird die inflation mit berücksichtigt also im Grunde mit reingerechnet beziehungsweise rausgerechnet und deswegen kann man da dann auch sagen das nennt man kaufkraft bereinigt.
00:07:48: ja das ist super wie du das erklärt hast.
00:07:51: ich denke auch an die tagesgeld Konnten.
00:07:54: aktuell sind die bei etwa zwei Prozent, das heißt wenn wir in den Inflationen bei zwei Prozent haben dann ist es gerade so dass die Kaufkraft beibehalten wird.
00:08:04: Endlich ist es bei Lohnerhöhung.
00:08:06: man freut sich vielleicht über ein Prozent Lohn-Erhöhungen mehr Gehalt Aber nach Abzug der Inflations in deinem Beispiel waren das zweieinhalb Prozent ist immer noch ein Kaufkraft verlust.
00:08:20: Und festzustellen, ob es einen realen Kaufkraftanstieg gibt muss man von den nominalen Rendite immer die Inflation absehen.
00:08:28: Ja und Kaufkraftanstieg heißt in dem Falle ja einfach dass man sich mit dem Geld was man hat also mit dem Lohn welchen man verdient mindestens das gleiche kaufen kann also eben diesen gleichen Warenkorb in dem Einkaufswagen der aber eben mehr teurer geworden ist oder ob man sich letztlich eigentlich weniger kaufen
00:08:48: kann.
00:08:48: Dann lass uns hier mal tiefer einsteigen, wie wird diese tatsächliche Inflation gemessen?
00:08:54: Ja also in Deutschland berechnet das das Statistische Bundesamt und zwar einmal im Monat.
00:08:59: Und die Grundlage hierfür ist so ein sehr großer Warenkorb mit wirklich rund sieben hundert verschiedenen Güter aber auch Dienstleistungsarten.
00:09:10: Da geht es jetzt eben nicht nur um Energie, um Lebensmittel, um Eis sondern dazu gehört auch Kleidung, Haushaltsgegenstände, Mietpreise der Friseur, Kinobesuche aber auch zum Beispiel der öffentlichen Personennahverkehr.
00:09:27: Also im Grunde alles wofür man so Geld ausgeben kann und all diese Preise für die Güter- und Dienstleistungen werden dann zusammengeführt und gewichtet Und diese Gewichtungen orientieren sich an dem Verbrauch eines durchschnittlichen Haushalts.
00:09:47: Und das Ergebnis daraus ist dann die offizielle Inflationsrate, hierbei ist echt spannend dieser wahren Korb mit über siebenhundert Güter und Dienstleistungsarten der es total detailliert.
00:10:00: also wenn er ein bisschen mehr interessieren sollte der sollte mal auf die Seite des Statistischen Bundesamts selbst gehen und da einfach mal reingucken.
00:10:09: denn da findet man dieses Wägungsschema für den Verbraucherpreisindex Und da findet man wirklich vom Backpulver über Tapete bis hin zur Sonnenbrille.
00:10:19: Da ist einfach alles mit drin!
00:10:22: Wichtig ist auch, Inflation ist nicht überall gleich.
00:10:26: Nicht einmal die Messung ist in den Tisch und sie unterscheidet sich von Region zu Region und auch vom Land zu Land.
00:10:33: In der USA spielt Wohnen im Inflationskorb eine viel größere Rolle als in Deutschland?
00:10:39: Dort wird auch berücksichtigt, was Allgäntümer theoretisch als Mitte zahlen würden wenn sie ihr eigenes Haus mitten müssten.
00:10:48: In Deutschland ist selbst genutzt das Wohneigentum deutlich anders abgebildet und deshalb kann US-Inflation stärker auf Mitten und Wohnkosten reagieren während in Deutschland Wie du gesagt hast, Energie-, Verkehr- oder Lebensmittel stärker Inflation beeinflussen können.
00:11:07: Und die Inflationsraten sehen international oft unterschiedlich aus genau deswegen weil sie diffiniert und unterschiedlich gemessen werden.
00:11:16: Das ist jetzt bei der gefühlten Inflasion dann so gesehen ein bisschen anders?
00:11:19: Weil diese ja wirklich komplett subjektiv!
00:11:23: Man kann sie aber trotzdem letztlich messen und zwar wird das über Umfragen, also über repräsentative Befragungen von Haushalten durchgeführt.
00:11:33: Und das Ergebnis ist dann zwar keine amtliche Inflationsrate aber eben so ein Durchschnittswert der Wahrnehmung und hier finde ich es ganz interessant.
00:11:41: Also zwanzig dreiundzwanzig als auch die tatsächliche In Flation, diese wirklich echt vom Statistischen Bundesamt gemessene Inflation mit acht bis neun Prozent mehr oder weniger auf dem Hochpunkt war.
00:11:56: Da war die gefühlte Inflation im gleichen Zeitraum rund achtzehn Prozent.
00:12:04: Also deutlich höher, das ist schon ein ganz schöner Unterschied.
00:12:07: Ja und acht bis neun Prozent ist es auch ziemlich viel, ganz schön viel!
00:12:13: Und lass uns kurz zurückblicken und anschauen, was Inflation überhaupt antreibt.
00:12:17: Wir hatten unterschiedliche Zyklen in der Wirtschaft und da sehen auch die Inflationszahlen ganz unterschiedlich aus.
00:12:25: Das muss mal ein bisschen so die Historie ankommen?
00:12:27: Genau!
00:12:27: Ganz oft ist so eine hohe Inflation die Folge von Krisen, von Sharks oder politischer Unsicherheit.
00:12:34: Das sind das was wir auch gerade beobachten.
00:12:36: und lass uns nicht sehr weit zurückgehen.
00:12:39: einfach fangen wir mit zwanzig-zwanzig an.
00:12:42: Du weißt es jetzt seit ja von Corona Covid war stand sehr groß in Schlagzeilen.
00:12:48: Wir waren alle im Lockdown Und die Welt stand still Und auch die Inflation ging auf Tauchstation erst mal.
00:12:55: Viele Menschen haben weniger konsumiert, Energiepreise sind eingebrochen, Reisen fielen aus und unter dem Strich, die Ininflation ging stark zurück.
00:13:05: viel Zeit war sogar unter Null.
00:13:08: aber dann was haben Menschen gemacht?
00:13:10: Die saßen im Lockdown und kauften sich viele Sachen online Einiges ausverkauft und viele Lieferketten waren unterbrochen.
00:13:21: Und die Produktion stand auch teilweise still.
00:13:24: Ja, und dann kamen zwanzig-einundzwanzig und mit zwanzigeinundzwanzig im Grunde auch die Rückkehr der Inflation in die Wirtschaft startete so ein bisschen neu.
00:13:33: vieles öffnete sich wieder und die Nachfrage zog dann auch kräftig an und dann wurden relativ plötzlich auch Energie aber auch Rohstoffe wieder teurer.
00:13:43: Ein zusätzlicher Effekt war, weil das Preissniveau zwanzig-zwanzig eben auch ungewöhnlich niedrig war, wirkten dann diese Preisanstiege letztlich umso stärker.
00:13:56: Und dann kam der Krieg in der Ukraine im Jahr... ... und mit ihm der massive Energie-Shock.
00:14:04: Gas, Strom und Ölpreise schossen nach oben.
00:14:07: Und Europa war stark abhängig vom russischen Gas und Liefermengen brachen komplett weg.
00:14:15: Und weil Gas eine Schlüsselrolle im Energiesystem spielt, zog es auch die Strompreise nach oben.
00:14:22: Also Energie verteuerte plötzlich fast alles – Transport, Produktion, Düngemittel, Verpackung, Lebensmittel.
00:14:31: Wenn Energie teurer wird, dann wandert dieser Kostendruck über die Zeit In die Wirtschaft bis es beim Rot, bei Joghurt oder bei unserem Eis ankommt.
00:14:42: Und so schoßt die Inflation wieder nach oben?
00:14:45: Ja
00:14:45: das ging dann ja soweit dass wir im Oktober zwanzig zweiundzwanzig eine Inflacion von über zehn Prozent im Höchststand hatten gemessen eben am Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahresmonat und das war der höchste Inflationswert auf monatlicher Basis seit den neunzehnhundertfünfziger Jahren.
00:15:08: Und dazu vergleich zur USA.
00:15:10: auch im Peak, im Juni zweiundzwanzig da war die Inflation bei neunkommar ein Prozent auch
00:15:18: weniger
00:15:18: ja auch wegen Energie.
00:15:20: danach ging es langsam wieder abwärts und dann ist die Ininflation auch in Deutschland im September zwanzig vierundzwanzig bei eins Komma sechs Prozent angekommen.
00:15:33: schon eine schöne Achterbahnfahrt, wenn man so überlegt.
00:15:36: Das hört sich jetzt auch irgendwie komplett plötzlich an.
00:15:38: also wie hat es denn quasi geklappt von über zehn Prozent dann auf diese eins Komma sechs Prozent runter zu fallen?
00:15:49: und das liegt eben unter anderem daran auch dass die Zentralbanken reagiert haben und zwar mit deutlich höheren Zinsen um eben diese Inflation auch einzubremsen.
00:16:01: Gleichzeitig, muss man natürlich auch sagen, kam noch die Energiepreise wieder auf ein geringeres Niveau zurück.
00:16:08: Und lass uns hier mal wirklich tiefer eintauchen wie die Zentralbankeninflation beeinflussen und steuern können.
00:16:15: Grundsätzlich, Inflation spielt eine zentrale Rolle für die Kapitalmärkte.
00:16:21: Absolut!
00:16:22: Sie beeinflusst Unternehmensgewine und somit auch die Renditen auf Kapitalmarkten Und Zentralbanken können helfen, sie in die richtige Richtung zu lenken.
00:16:31: Das ist ein Instrument der Zentralbank?
00:16:33: Ja
00:16:34: genau!
00:16:34: Also das wirklich wichtigste Instrument des Zentralbanke, dass Sie haben sind die sogenannten Leitzinsen.
00:16:42: Mit diesen Leitzsinsen bestimmen Sie jetzt nicht direkt den Preis von Butter oder Benzin.
00:16:47: also die können ich sagen hier Butter darf nicht teurer sein als drei Euro im Fund aber sie beeinflussen damit die Nachfrage in der Wirtschaft.
00:16:56: Also wie geht das?
00:16:57: Wie kann man mit Zinsen Nachfrage in der Wirtschaft beeinflussen.
00:17:01: Und das liegt daran, dass sie mit diesen Zinsern das allgemeine Zinsniveau steuern.
00:17:08: also einfach gesprochen die Zentralbank legt mit dem Leitzins fest zu welcher Höhe sich banken bei der Zentralbank Geld leihen können.
00:17:20: Und je höher das ist, also je höher diese Zinsen sind, die mehr die Banken quasi für das geliehene Geld bezahlen müssen.
00:17:27: Umso höher ist dann auch der Zinssatz zu dem sich Unternehmen oder auch die Privatpersonen Geld bei den Banken wiederum leihen können.
00:17:37: Na ja und je teurer natürlich die Kredite für Unternehmen oder auf die Priwatpersonen sind desto weniger Geld wird sich geliehen und logischerweise desto weniger wird dann eben auch investiert.
00:17:50: Denn wenn jetzt Kredite teurer werden, dann überlegen die Unternehmen genauer ob sie wirklich investieren sollen oder nicht also ob sie vielleicht eine neue Fabrik bauen oder ob Sie vielleicht lieber warten.
00:18:03: und genauso überlegen auch Menschen privat, ob sie sich das leisten können zum Beispiel ein neues Haus, ein neues Auto Ob auch die Kreditraten da nicht so hoch werden beim höheren Zinsen, das ist enorm wichtig für die ganze Wirtschaft.
00:18:19: Und am Strich heißt es, wenn die Zinsene steigen wird weniger investiert und weniger konsumiert und wenn insgesamt weniger gebaut gekauft und ausgegeben wird geht die Nachfrage in der Wirtschaft zurück und die Wirtschaft kühlt sich ab und damit lässt auch der Preisdruck nach.
00:18:38: Ja also das heißt eigentlich Die Zentralbanken steuern eben die Inflation vor allem über die Zinsen.
00:18:44: Wenn die Preise zu stark steigen, also letztlich Inflations-zu hoch ist dann erhöhen sie die Zinzen, Kredite werden teurer, die Wirtschaft bemst ab.
00:18:55: das nennt man dann auch restriktive Geldpolitik.
00:18:59: läuft es dagegen schlecht und die Wirtschaft schwächelt Dann senken Sie die Zinsen, um eben Investition und Konsum wieder anzukurbeln.
00:19:07: Denn klar!
00:19:07: Wenn man sich Geld leichter zu geringeren Zinsern leihen kann, dann kann man eben auch mehr investieren.
00:19:13: Und das nennt man dann expansive Zentralbankpolitik.
00:19:17: Aber wir möchten heute in die Inflation nicht verteufeln?
00:19:21: Weil die Ininflation hat zwei Seiten... ...und Inflations an sich könnte auch gut sein und wir wissen dass die Zentralbanken oder die Zentralbanken insgesamt, wir truen zwei Prozent ziemlich zufrieden sind.
00:19:34: Aber warum eigentlich?
00:19:36: Man könnte sagen ach null Prozentinflation klingt doch viel besser.
00:19:40: keine Preissteigerung zu haben das wäre doch super für alle und er nicht
00:19:44: ja Nicht ganz.
00:19:45: also.
00:19:46: Die Europäische Zentralbank verfolgt wirklich ein zentrales Ziel und zwar die preisstabilität.
00:19:53: aber um das zu erreichen ist so Ein bisschen inflation sogar wichtig Denn wenn nämlich Preise leicht steigen und Löhne auch leicht steigend, dann entsteht so ein bisschen Bewegung in der Wirtschaft.
00:20:06: Die Menschen geben Geld aus, die Unternehmen investieren – das sorgt eben für Wachstum!
00:20:12: Und Wachstone will ja eigentlich jedes Land.
00:20:14: Das heißt also einen anhaltender Rückgang der Inflation wäre nicht
00:20:18: gut?
00:20:18: Ja absolut, absolut nicht gut.
00:20:22: Wenn die Preise dauerhaft fallen, dann nennen wir es Deflation Und das hatten wir in Japan ungefähr so die letzten zwanzig Jahre.
00:20:32: Ich finde, dass kann man sich ein bisschen so verdeutlichen.
00:20:34: also stell dir mal vor du willst eine neue Waschmaschine kaufen.
00:20:36: deine jetzige ist aber noch nicht kaputt Also hast quasi keine Not.
00:20:39: Aber die alte Gurke die soll irgendwie mal ausgetauscht werden weil Du willst irgendwie auch ein paar andere neue Programme irgendwie mit benutzen können guckst ihr so die Preise an.
00:20:47: und diese neue super tolle Wasch Maschine kostet heute ungefähr fünfhundert Euro aber eigentlich sinken die preise Gerade die ganze Zeit.
00:20:57: Das heißt, du erwartest das genau die gleiche Waschmaschine vielleicht in ein oder zwei Jahren nur noch vierhundert Euro kosten könnte?
00:21:06: Weil du ja keine Not hattest sagst, nee da kaufe ich mir die doch nicht jetzt dann warte ich doch lieber ab!
00:21:12: Das heißt also in diesem Szenario in dem Preise sinken warten die Menschen mit Anschaffungen und die Unternehmen würden auch mit Investitionen warten.
00:21:21: Also insgesamt wird weniger gekauft, weniger investiert und dann schwindet das Wirtschaftswachstum.
00:21:28: Und genau das wollen eben auch die Zentralbanken vermeiden, deswegen wollen sie keine Nullprozent-Inflation sondern so ein bisschen Puffer und eben genau diese zwei Prozent um so ein Stück weit weg von einer Deflation zu sein und sich so ein Sag mal ein bisschen in Sicherheit zu wägen.
00:21:47: Dass eine Waschmaschine günstiger wird, das wäre ja für mich gerade eine Traumvorstellung.
00:21:52: Ich habe sie immer noch nicht gekauft und sie wird wirklich teurer.
00:21:55: Aktuell eher teurer?
00:21:56: Ja
00:21:56: aktuell befinden wir uns in ganz anderer Phase.
00:21:59: Wo stehen wir denn heute?
00:22:01: wenn wir im Peak im Jahr tenzehntausendzwanzig bei zehn Komma vier Prozent standen dann ist es jetzt das Ziel Richtung zwei Prozent.
00:22:12: Aber es kamen sehr viele Unsicherheiten doch wieder auf diesem Weg, wo wir auf einem sehr guten Weg waren.
00:22:18: Und erstens im letzten Jahr zwanzig fünfundzwanzig kam die US-Zöle.
00:22:24: das war auch eine sehr große Unruhe auf den Märkten.
00:22:28: Da gab's dann das Stichwort Trumpflation?
00:22:30: Ja genau.
00:22:31: und jetzt dieses Jahr kam dazu noch der Iran.
00:22:34: Krieg Und die Energiepreise, über die wir jetzt mehrfach gesprochen haben – das ist natürlich ein enormer Risikofakt insbesondere wegen wichtiger Transportwege wie die Straße von Hormus.
00:22:46: Über die jeden Tag wir Nachrichten hören.
00:22:50: rund ein Viertel der globalen Ölproduktion stammen aus der Region und durch diese wenige Kilometer breite Mehränge wird ein erheblicher Teil der weltweiten Öl-Produktion transportiert Und schon die Gefahr von militärischen Zwischenfällen, eingeschränkten Durchfahrten oder zeitweise Störungen reicht aus um das Angebot knapper zu gestalten.
00:23:16: Das ist das was wir jetzt gesehen haben.
00:23:18: der Ölpreis ist deutlich angezogen und je länger Dieser Konflikt andauert, desto größer ist das Risiko.
00:23:27: Das steigende Energiepreise auch die Inflation weiter antreiben und das haben wir schon mal gesehen.
00:23:33: Genau das haben weh gesehen im Jahr zwanzig zweiundzwaldemzig mit dem Ukraine Krieg und wir hoffen dass es sich nicht wieder holt.
00:23:40: aber es kann natürlich je länger das dauert doch wieder zurückkehren.
00:23:47: So ein ähnliches Muster haben wir ja auch in den Siebzigerjahren gesehen, während der sogenannten Ölkrise.
00:23:53: Denn wenn eben diese Energie knapp oder auch extrem teuer wird dann steigen die Kosten eigentlich fast überall für Transport, für Produktion, für Logistik,
00:24:04: für
00:24:05: Kunststoffe, für insgesamt die verarbeitende Industrie und die Unternehmen müssen natürlich diese höheren Kosten dann auch häufig an die Verbraucher weitergeben Und das treibt dann also die Preise insgesamt weiter nach oben.
00:24:20: Und damals, in den Siebzigerjahren hat es aber nicht nur die Preis insgesamt steigen lassen sondern auch noch zusätzlich das Wirtschaftswachstum ausgebremst – die wirtschaftstagnierte Arbeitslosigkeit-Stieg.
00:24:38: und dass in einem Umfeld in dem alles teurer wurde Und genau diese Kombination aus schwacher beziehungsweise nicht wachsender, also stagnierender Wirtschaft.
00:24:52: Also Stagnation, Englisch stagnation.
00:24:56: und dann die Kombi mit steigenden Preisen, also inflation, das nennt man Starkflation oder eben, wie man ganz oft hört,
00:25:07: Stuckflation.
00:25:08: Ja und lass mich das zu My Financial Bass Wort unserer Folge erklären.
00:25:15: Das ist Stuck Flation unser Worst Case-Szenario in Choropvorstellung von Volkswirten über die man immer wieder jetzt im Medien durchhört.
00:25:24: wir gehen davon nicht aus aber natürlich gab es in der Geschichte das schon und deswegen sind alle Augen jetzt drauf, dass es nicht noch mal passiert.
00:25:36: Ja genau weil das ist schon ein Szenario was wirtschaftlich tatsächlich kompliziert ist.
00:25:41: ja denn in der Starkflation da funktionieren die normalen Regeln nicht mehr.
00:25:47: also normalerweise ist es ja so wenn jetzt niemand mehr diesen teureren Fernseher oder das teurere Auto kauft Die Nachfrage also insgesamt einbricht dann senken die Unternehmen die Preise normalerweise jedenfalls
00:26:01: Und bei Starkflatzungen können sie es halt nicht, weil ihre Kosten von der Angebotsseite kommen.
00:26:07: Damals war das vor allem die teure und knappe Energie.
00:26:11: Wir haben darüber gesprochen dass die Zentralbanken Inflationen über die Leitzinsen beeinflussen können.
00:26:17: Das funktioniert bei Stark-Flazzugern nur noch sehr eingeschränkt, weil die in eine Zwiegmühle stecken.
00:26:25: Erhören Sie die Zinsen?
00:26:26: Schwächen Sie die ohnehin schon schwache Wirtschaft Und lockern Sie die Geldpolitik.
00:26:32: Also senken sie die Zinsen, riskieren Sie, dass die Preise weiter steigen?
00:26:36: Ja ihr Hauptziel ist immer Preisstabilität aber nichtsdestotrotz darf natürlich jetzt die Wirtschaft auch nicht ganz quasi aus den Augen gelassen werden und deswegen lässt sich Starkflation nicht einfach lösen.
00:26:50: ja Die Zentralbanken können den Schaden zwar begrenzen um eben die Inflationserwartungen einzufangen und damit dann Zeit zu gewinnen Zeit, bis sich eben strukturelle Probleme lösen und vielleicht auch neue Angebote entstehen.
00:27:06: Ich fahre sie nochmal zusammen!
00:27:08: Die Deflation- und Stackflation sind beide extreme Szenarien bei denen die Wirtschaft nicht rundläuft, weil Deflation fallen die Preise und Bremsenwachstum und bei Starkflation steigen die Preisen obwohl die Wirtschaft stagniert.
00:27:25: Beides
00:27:25: unangenehm.
00:27:26: Ich bringe immer gerne ein billiges Beispiel und lasse mich das so ein bisschen mit einem angenehmen Fahrradfahren vergleichen, wenn man Rad fährt dann ist so ein Rückenwind sehr schön angenehm.
00:27:41: und dass es das gleiche bei einer inflation bei einer moderaten Inflation um die zwei Prozent.
00:27:46: für die Wirtschaft ist es ein Ruckenwind.
00:27:48: Es bleibt alles in Bewegung Preise steigen leicht Löhne und Umsätzen können auch mitwachsen.
00:27:54: Und Unternehmen investieren, und Konsumenten geben Geld aus.
00:27:58: Und wird die Inflation deutlich höher oder deutlich niedriger?
00:28:03: Das ist so als er der Wind umdrehen würde und aus einem Rückenwind wird ein Gegenwind.
00:28:09: Und bei euren Inflations steigen Kosten stärker.
00:28:14: Zentralbanken erhöhen dann die Zinsen.
00:28:17: Kredite werden teurer und Investitionen werden schwieriger.
00:28:20: Für Unternehmen heißt das, nicht jeder kann höhere Kosten weitergeben.
00:28:24: Und bei Starkflation ist es diesem extremen Szenario und das ist wirklich wie ein Gegenwind plus einen Platter Reifen sehr schwer voranzukommen.
00:28:36: In der Wirtschaft ist es so dass die Preise steigen aber die Wirtschaft kommt nicht richtig voran.
00:28:42: Das angenehmste Fahrradverwetter ist einfach zwei Prozent Inflation?
00:28:47: Genau mit so einem Brückenbild für die Wirtschaft!
00:28:50: Und für uns als Portfolio-Manager ist es enorm wichtig, unterschiedliche Szenarien durchzuspielen und sie natürlich im Blick zu behalten.
00:28:59: Weil unterschiedliche Inflationen zum Felder unterschiedliche Auswirkungen auf die Anlageklassen haben können.
00:29:05: Zum Beispiel die Moderatinflation kann mit wirtschaftlichem Wachstum Investitionen und steigenden Umsätzen einhergehen Und in einem solchen Umfeld können zum Beispiel die Unternehmen profitieren, weil sie wachsen können und Preisanpassungen durchsetzen können.
00:29:22: Bei einer höheren Flation gewinnt das Thema Qualität an Bedeutung.
00:29:27: Wer hat solide Balancen?
00:29:28: Wer kann steigende Preise weitergeben ohne Kunden zu verlieren
00:29:32: z.B.?
00:29:33: Und bei Starkflation da rücken natürlich auch die Geschäftsmodelle eh in Vordergrund mit dem Fokus wieder auf die Qualität, auf stärkere Balanzen.
00:29:44: Auf die Produkten, die für Verbraucher wichtig sind, egal wie schwierig die wirtschaftliche Lage der Verbrauchern ist und da rücken eher in Vordergrundsektoren wie Basiskonsum oder Gesundheitssektor.
00:29:59: Energie ist wichtig, Infrastruktur und Gold und eventuell ausgewählte Rohstoffe
00:30:05: Naja.
00:30:05: und weil diese wirtschaftlichen Entwicklungen die sind ja nicht immer und auf ganz lange Zeit gleich, die verändern sich natürlich auch immer wieder.
00:30:14: Und deswegen stellen wie uns als Portfoliomanager eben auch immer sehr breit auf um möglicherweise für verschiedene Szenarien gewappnet zu sein und ändern dann aber eben auch unser Portfolio wenn erkennen oder erwarten, dass sich das Marktumfeld ändert.
00:30:30: Absolut
00:30:31: richtig!
00:30:32: Und lasst uns jetzt zu einem zentralen Thema immer unser Sportkanzler rübergehen.
00:30:37: Was heißt das allgemein für meine Geldanlage?
00:30:41: Wie
00:30:41: immer wir machen keine Anlageberatung und Investments unterliegen Risiken.
00:30:46: aber was heißt das Allgemein von meiner Geldanlagen?
00:30:49: die ganz einfache Antwort lautet dein Geld sollte mehr verdienen als die Inflation.
00:30:56: Die lag jetzt so in Deutschland, in den letzten Monaten tatsächlich bei ca.
00:31:01: zwei Prozent also beim Ziel der Zentralbank.
00:31:04: aktuelle Tendenz ist aufgrund der Energiepreisproblematik die wir besprochen haben etwas steigend.
00:31:11: das heißt also deine Geldanlage sollte mindestens das schaffen was die Inflation ihr jedes Jahr wegnimmt idealerweise natürlich mehr.
00:31:23: das heißt aber auch Geld so unter das Kopfkissen legen, wo man ja gerne sagt Ja wenn es unterm Kopfkiss liegt dann wird's ja nicht weniger.
00:31:30: Das ist aber wirklich gar keine gute Idee.
00:31:32: und lass uns dazu eine Rechnung aufmachen indem man sagt was ist eigentlich mein Ziel des Spanens?
00:31:39: möchte ich zum Beispiel in zehn Jahren Zehntausend Euro angespart haben?
00:31:44: wie viel muss man jetzt monatlich sparen damit man auf diese Summe kommt?
00:31:49: Und wenn man unter Skissen legt, so wie du das eben genannt hast, sind es Zehntausende Euro geteilt durch hundertzwanzig Monate.
00:31:57: Also dreiundachtzig Euro pro Monat.
00:32:00: allerdings hier ist die Inflation noch nicht in der Rechnung drin.
00:32:04: Wenn wir von zwei Prozent Inflations ausgehen, die Zentralbanken anpeilen und die in der Wirtschaft tatsächlich passiert, dann sind die Zehntausend Euro, die wir angespart haben am Ende nur achttausend zweihundert Euro wert.
00:32:21: Weil das gilt an Kaufkraft verliert.
00:32:24: Das ist das was wir erklärt haben.
00:32:26: von den zehntausenden Euro kann ich in zehn Jahren nur noch weniger kaufen also das was heute achttaussendzwei Euro... Achttausends zweihundert Euro kostet.
00:32:38: Ich muss eigentlich wenn ich im Supermarkt stehe Und vorher immer genau das Gleiche in meinen Einkaufswagen gelegt habe und vielleicht fünfzig Euro bezahlt hab, muss ich leider ein paar Teile zurücklegen.
00:32:49: Genau!
00:32:49: Dein Einkaufswagen wird deutlich kleiner.
00:32:52: Das heißt auch deine Reise für die du sparsst oder was auch immer, dir wird teurer.
00:32:57: aber dass was du einspaßt und das Kissen legen, das wird klein, das kannst du dir nicht leisten.
00:33:02: Damit du diese zehn tausend Euro Wertkommst in zehn Jahren.
00:33:07: Aus den
00:33:07: gleichen Einkaufswagen quasi wieder genau gleich gefühlen kann, ne?
00:33:10: Muss doch heute hundert ein Euro sparen also achtzehn Euro pro Monat mehr und fühle ich.
00:33:17: anders ist die Rechnung wenn du dein Geld am Kapitalmarkt investierst zum Beispiel wie wir schon gesprochen haben über Aktien oder Anleihen.
00:33:26: Und in den letzten dreißig Jahren haben die Aktienmärkte mit Belegten auf dem globalen MSR Weltindex zwischen sieben und acht Prozent Rendite gebracht.
00:33:36: Also den weltweiten Aktienindex?
00:33:38: Genau, natürlich!
00:33:39: Die vergangenen Wertentwicklungen sind keine verlässlicher Indikator für die zukünftige Ergebnisse.
00:33:46: aber sowas in der Vergangenheit.
00:33:48: Herr Lass uns mal nach vorne raus eher konservativ berechnen und wir nehmen für unser Beispiel dann die jährlicheren Liede von fünf Prozent an.
00:34:00: In dem Fall müsste man monatlich sechsundsechzig Euro ansparen oder mit der Berücksichtigung von der Inflation wären es dreieinachtzig Euro.
00:34:10: Das waren ganz schön viele Zahlen.
00:34:12: Ich fasse noch mal zusammen, wenn ich den Wert von Zehntausend Euro in zehn Jahren haben möchte mit der Kopfkissen-Methode muss ich jeden Monat dreiundachtzig Euro sparen ohne Inflation?
00:34:25: Mit Inflasion bei ungefähr zwei Prozent sind es schon hundertein Euro.
00:34:29: Es ist schon ganz schön viel!
00:34:31: Diese Zahlen verringern sich auf sechsundsechzig Euro ohne Ininflation Wenn ich am Kapitalmarkt investiert bin und wir von fünf Prozent Rendite ausgehen.
00:34:42: Und auf dreiundachtzig Euro, wenn man hier jetzt auch noch die Inflation mit berücksichtigt.
00:34:48: Das heißt also sowohl die Inflation als auch die Rendite hat wirklich einen signifikanten Einfluss darauf wie viel ich monatlich zurücklegen muss um dann eben auf die gewünschten zehntausend Euro zu kommen.
00:35:03: absolut
00:35:04: Wenn ich meiner Tochter letztes Jahr zwei Euro gegeben habe, um sich eine Kugel-Eis zu kaufen und sie hat sich gesagt das mache ich aber dieses Jahr nicht.
00:35:10: Das sparre ich mir für nächstes Jahr und hat es nur in ihr Sparschwein getan und will sich dieses Jahr in Frankfurt mit den zwei Euro die Kugleis kaufen.
00:35:18: dann reicht's leider nicht mehr für ne ganze Kugels.
00:35:20: Genau richtig!
00:35:21: Wenn die Inflationsrate positiv ist sinkt ihr alle Kaufkraft von Geld?
00:35:26: Das ist das, was du beschreibst.
00:35:28: Dass es ein ökonomischer Zusammenhang und er bleibt bestehen weil in den meisten Fehlen haben wir eine positive Inflationsrate in der Vergangenheit auch gesehen.
00:35:37: In Phasen höhereinflation bedeutet das dass unverzinstes Vermögen real an Wert verliert.
00:35:45: Das heißt also langfristig können Kapitalmarkt Investments wirklich dazu beitragen diese Auswirkungen der Inflation wenigstens auszugleichen?
00:35:55: Wie man jetzt dabei vorgeht, also wie man investiert.
00:35:59: Jetzt ganz konkret ist natürlich immer sehr individuell
00:36:02: und das hängt natürlich von euren Prioritäten ab ob ihr eher Aktienmenschen seid oder ihr wollt andere Anlageklassen bei Mischen wie Anleihen oder Gold Infrastruktur.
00:36:14: dass sie seh individuell
00:36:15: genau es kommt letztlich ja immer.
00:36:17: das haben wir auch in unserem Multi asset Podcast schon genauer besprochen.
00:36:21: Es kommt immer auf den Zeithorizont an die Risikotoleranz und natürlicherweise auch die persönliche finanzielle Situation.
00:36:30: Gleichzeitig sollte sich schon jeder bewusst sein, dass Investitionen am Kapitalmarkt mit zwischenzeitlichen Wertschwankungen verbunden sind können.
00:36:39: also stehen nicht immer nur Gewinne drauf sondern es könnten eben Verluste eintreten weil sowohl Aktien als auch tatsächlich Anleihen auch Kurzschwancungen unterliegen.
00:36:51: dann lass uns das jetzt alles noch mal zusammenfassen.
00:36:53: Erstens, eine Moderatinflation gehört zu einer gesunden Wirtschaft.
00:36:58: Zweitens, Moderat heißt im besten Fall zwei Prozent – das ist eben auch das Ziel der Europäischen Zentralbank!
00:37:06: Drittens die Inflation schmellert die reale Kaufkraft.
00:37:10: Um die Kaufkraft langfristig zu erhalten muss die Rendite deiner Geldanlage mindestens mit Inflationsschritt halten.
00:37:18: Bleibt investiert?
00:37:19: Bleibt inspiriert?
00:37:21: Und bis zum nächsten Mal.
00:37:23: Wenn euch unser Podcast gefallen hat, lasst gerne ein Like da und abonniert den Podcast!
00:37:29: Danke schön!
00:37:30: Tschüss!